Unsere Geschichte

Die Betriebsfeuerwehr wurde im Januar 2002 in Nordrhein-Westfalen gegründet. Mit nur sieben Gründungsmitgliedern begann eine Erfolgsgeschichte, die bis heute von Engagement, Kameradschaft und Einsatzbereitschaft geprägt ist.

Von Anfang an lagen die Schwerpunkte auf Brandsicherheitswachen und Sanitätsdiensten. Ein eigenes Einsatzfahrzeug stand zunächst nicht zur Verfügung. Für größere Einsätze wurde daher ein Löschfahrzeug ausgeliehen, viele Dienste konnten jedoch bereits mit unserem Personal und der vorhandenen Ausrüstung erfolgreich durchgeführt werden.

Die ersten Einsätze

Bereits im Jahr 2002 erreichte uns die erste Anfrage zur Unterstützung beim Elbehochwasser. Der Einsatz führte unsere Kräfte in die Region Dresden und markierte den Beginn einer langen Tradition der überregionalen Hilfeleistung.

Im Jahr 2003 erhielt die Betriebsfeuerwehr ihr erstes eigenes Fahrzeug – ein LF 8 leicht, das uns von einer anderen Betriebsfeuerwehr geschenkt wurde. Nach einer umfangreichen Renovierung kam das Fahrzeug bei Brandsicherheitswachen zum Einsatz.

Mercedes-Benz 409 Baujahr 2008 Aufbau: Schlingmann

Ein weiteres LF 8 folgte 2004 als Spende der Werkfeuerwehr DuPont.

Mercedes-Benz LPKF 608 Baujahr 1974 Aufbau: Metz

Hochwassereinsatz 2006

Beim Elbehochwasser 2006 rückten 11 Feuerwehrkameraden nach Torgau aus. Dort unterstützten wir die örtlichen Feuerwehren bei den umfangreichen Hochwasserschutzmaßnahmen. Nach fünf Tagen im Einsatzgebiet konnten unsere Kräfte die Rückreise antreten.

Präsentation historischer Technik

2010 folgten wir einer Einladung zur Landesgartenschau in Hemer. Gemeinsam mit anderen Feuerwehren präsentierten wir dort unsere „alte Feuerwehrtechnik“ und informierten Besucher über die Entwicklung der Betriebsfeuerwehr.

Ausbildung als neues Standbein

Im Jahr 2012 wurde die Ausbildung als Dienstleistung in das Aufgabenspektrum der Betriebsfeuerwehr aufgenommen. Durch die Kooperation mit zwei Rettungsdienstschulen wurde die Aus- und Fortbildung zu einem festen Bestandteil unseres Dienstplans.

Modernisierung und Wachstum

Da bei immer mehr Brandsicherheitswachen die Bereitstellung von Löschwasser gefordert wurde und der Aufbau mit Tragkraftspritzen oder Vorbaupumpe zunehmend aufwendig war, entschieden wir uns, das ältere LF 8 außer Dienst zu stellen.

Anfang 2013 erhielten wir dafür ein TLF 16 aus Bleckede, das speziell für unsere Anforderungen umgebaut wurde. Gleichzeitig wuchs die Betriebsfeuerwehr auf 20 Kameradinnen und Kameraden an.

Mercedes-Benz LAF 1113 B Baujahr 1977 Aufbau: Ziegler

Erneut an der Elbe

Auch beim Hochwasser 2013 waren wir wieder im Einsatz. Diesmal führte uns die Hilfeleistung nach Osterburg im Landkreis Stendal.

Im selben Jahr schlossen wir uns mit mehreren betrieblichen Feuerwehren zusammen, um gemeinsam Ausbildung, Unterstützung und Einsatzhilfe zu organisieren. Seitdem unterstützen wir regelmäßig bei Bränden, Unwetterlagen und anderen Einsatzereignissen.

Ein weiterer Schritt nach vorn

Zur Verbesserung der Einsatzführung und Organisation wurde im Jahr 2014 ein Kommandowagen beschafft.

Unwettereinsatz im Münsterland 2016

Im Jahr 2016 unterstützte unsere Betriebsfeuerwehr die Einsatzkräfte während eines schweren Unwetters im Münsterland.

Mit unserem Tanklöschfahrzeug und dem Kommandowagen halfen wir den örtlichen Feuerwehren bei der Bewältigung der zahlreichen Einsatzstellen.

Unwetter Münsterland 2016

Ausbau und neuer Standort

Im Jahr 2017 wurde das Unternehmen umfassend neu ausgerichtet. In der Grafschaft Bentheim wurde ein alter Bauernhof erworben und mit viel Engagement zu einem Ferienhof umgebaut. Im Zuge dieser Veränderungen wurde auch der Hauptstandort der Betriebsfeuerwehr nach Niedersachsen verlegt.

Das LF 8 verblieb jedoch weiterhin am bisherigen Standort in Nordrhein-Westfalen. Seitdem ist die Betriebsfeuerwehr an zwei Standorten aktiv und bietet sowohl Ausbildungen als auch Brandsicherheitswachen in beiden Regionen an.

Erweiterung des Fuhrparks

Das Jahr 2018 stand ganz im Zeichen der Modernisierung des Fuhrparks. Zunächst wurden zwei weitere LF 8 in den Fahrzeugbestand aufgenommen. Gleichzeitig wurde das bisherige LF 8 durch ein leistungsstärkeres LF 8 schwer ersetzt.

Für den neuen Standort in Niedersachsen wurde zusätzlich ein alter Rüstwagen angeschafft, um das Einsatzspektrum zu erweitern und gleichzeitig die eingesetzte Feuerwehrtechnik zu transpotieren.

Abschied vom TLF 16

Das TLF 16, das die Betriebsfeuerwehr seit 2013 zuverlässig begleitet hatte, absolvierte seinen letzten Einsatz beim Moorbrand in Wietmarschen 2021. Noch im selben Monat wurde es durch ein TLF 8-W auf Unimog-Fahrgestell ersetzt.

Das ehemalige TLF 16 wurde nicht verkauft, sondern als Traditionsfahrzeug erhalten. Es erinnert bis heute an zahlreiche Einsätze, Brandsicherheitswachen und Hochwasserhilfen der vergangenen Jahre.

Hochwasserkatastrophe im Ahrtal 2021

Das Jahr 2021 wird für die Betriebsfeuerwehr und ganz Deutschland unvergessen bleiben. Mitte Juli führten außergewöhnlich starke und lang anhaltende Regenfälle zu einer der schwersten Hochwasserkatastrophen der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Besonders betroffen waren Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Am 14. Juli sowie in der Nacht zum 15. Juli 2021 fielen innerhalb von nur 24 Stunden regional 100 bis 150 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Die Folgen waren verheerend: Flüsse und Bäche traten über die Ufer, ganze Ortschaften wurden zerstört und zahlreiche Menschen verloren ihr Zuhause.

Mehr als 180 Menschen kamen bei der Flut ums Leben, über 700 Menschen wurden verletzt. Auch sechs Feuerwehrangehörige verloren während des Einsatzes ihr Leben, als sie versuchten, anderen Menschen zu helfen.

Als der Hilferuf die Betriebsfeuerwehr erreichte, war sofort klar, dass Unterstützung geleistet werden musste. Innerhalb kürzester Zeit machten sich unsere Einsatzkräfte auf den Weg in das Katastrophengebiet.

Dieser Einsatz entwickelte sich zu einem der längsten und intensivsten Einsätze in der Geschichte unserer Betriebsfeuerwehr. Mit nur kurzen Unterbrechungen waren unsere Kameradinnen und Kameraden insgesamt drei Wochen im Ahrtal im Einsatz.

Vor Ort unterstützten wir gemeinsam mit Feuerwehren, Hilfsorganisationen und weiteren Einsatzkräften aus ganz Deutschland bei der Menschenrettung, medizinischen Erstversorgung, Vermisstensuche, der Beseitigung von Wasserschäden sowie bei umfangreichen Pumparbeiten.

Einsatzbilanz

Während des Einsatzes konnten unsere Einsatzkräfte gemeinsam mit den beteiligten Organisationen zahlreiche Menschen unterstützen und wertvolle Hilfe leisten:

  • 21 First-Responder-Einsätze (unter anderem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und medizinischen Notfällen)
  • 9 Menschen aus akuten Gefahrenlagen gerettet
  • vermisste Personen aufgefunden und geborgen
  • Rund 3.900 Einsatzstunden geleistet
  • Etwa 3.000.000 Liter Schmutzwasser abgepumpt
  • Mehr als 9.000 Kilometer mit den Einsatzfahrzeugen zurückgelegt

Der Einsatz im Ahrtal hat unsere Kameradschaft, unsere Einsatzbereitschaft und unseren Zusammenhalt in besonderer Weise geprägt. Er hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig eine schnelle, gut ausgebildete und verlässliche Hilfe im Katastrophenfall ist.

Bis heute gedenken wir der Opfer dieser Flutkatastrophe sowie der Einsatzkräfte, die während ihres Dienstes ihr Leben verloren haben. Ihr Einsatz und ihre Opferbereitschaft bleiben unvergessen.

Neuer Rüstwagen

Im Jahr 2022 wurde der alte Rüstwagen durch einen moderneren RW 1 ersetzt. Auch der bisherige Rüstwagen blieb der Betriebsfeuerwehr erhalten und wird heute ebenfalls als Traditionsfahrzeug gepflegt. Mit beiden Fahrzeugen geht es regelmäßig auf Feuerwehr-Oldtimer-Treffen.

Weihnachtshochwasser 2023 / 2024 in Niedersachsen

Zum Jahreswechsel 2023/2024 wurde Niedersachsen von anhaltenden Regenfällen und steigenden Pegelständen heimgesucht. Zahlreiche Flüsse traten über die Ufer, Deiche gerieten unter Druck und viele Feuerwehren waren über Tage hinweg im Dauereinsatz.

Auch unsere Betriebsfeuerwehr erhielt die Anfrage, die örtlichen Einsatzkräfte zu unterstützen. Ohne zu zögern machten sich unsere Kameradinnen und Kameraden auf den Weg in die Nachbargemeinde Geeste-Dalum.

Dort bestand die wichtigste Aufgabe darin, gemeinsam mit der örtlichen Feuerwehr das Wasser aus dem Ort fernzuhalten. Mit Sandsäcken, Pumpen und weiterer Ausrüstung konnten gefährdete Bereiche gesichert und größere Schäden verhindert werden. Der Einsatz erforderte großes Engagement und eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Einsatzkräfte.

Am 29. Dezember 2023 endete dieser Einsatz, und unsere Mannschaft konnte zunächst die Heimreise antreten.

Einsatz in Haren (Ems)

Die Ruhe währte jedoch nur wenige Stunden. Noch am selben Abend erfolgte die nächste Alarmierung – diesmal in die Stadt Haren (Ems).

Dort drohte ein Deich den enormen Wassermassen nicht mehr standzuhalten. Gemeinsam mit den Feuerwehrbereitschaften, dem Technischen Hilfswerk und zahlreichen weiteren Einsatzkräften wurde der Deich über viele Stunden hinweg gesichert und verteidigt. Mit vereinten Kräften konnten die gefährdeten Bereiche stabilisiert und eine noch größere Katastrophe verhindert werden.

Nach mehr als 30 Stunden im ununterbrochenen Einsatz wurden unsere Kräfte schließlich aus dem Einsatz entlassen.

Jahresbeginn 2024

Doch auch mit dem Jahreswechsel war die Hochwasserlage noch nicht überstanden. Bereits zu Beginn des neuen Jahres rückten mehrere Kameradinnen und Kameraden erneut nach Haren (Ems) aus, um die örtliche Feuerwehr weiterhin bei der Deichsicherung und den umfangreichen Hochwasserschutzmaßnahmen zu unterstützen.

Nach weiteren 24 Stunden Einsatzdienst konnte auch dieser Einsatz erfolgreich beendet werden.

Gemeinsam für den Hochwasserschutz

Das Weihnachtshochwasser 2023/2024 zeigte erneut, wie wichtig eine schnelle, überörtliche Zusammenarbeit der Feuerwehren und Hilfsorganisationen ist. Unsere Betriebsfeuerwehr war stolz darauf, einen Beitrag zum Schutz der Bevölkerung leisten zu können und die betroffenen Kommunen in einer schwierigen Lage zu unterstützen.

Einsätze im Jahr 2024

Auch im Jahr 2024 war unsere Betriebsfeuerwehr wieder überregional im Einsatz.

Unsere Tanklöschfahrzeuge unterstützten mehrfach Feuerwehren in verschiedenen Bundesländern bei der Bekämpfung von Wald- und Vegetationsbränden. Dabei lag der Schwerpunkt auf der Löschwasserversorgung und der Unterstützung der örtlichen Einsatzkräfte.

Im Mai 2024 wurden wir aufgrund der Hochwasserlage in das Saarland alarmiert. Während der Anfahrt entspannte sich die Lage jedoch, sodass nach unserer Ankunft keine Unterstützung mehr erforderlich war. Nach einem Tag konnten wir den Einsatz beenden und die Heimreise antreten.

Auch während der Hochwasserlage in Bayern standen unsere Einsatzkräfte und Fahrzeuge in Bereitschaft, um die betroffenen Feuerwehren und die Bevölkerung zu unterstützen. Ein Einsatz war letztlich nicht mehr erforderlich.

2025 – Waldbrandhilfe in Portugal

Im Jahr 2025 erreichte unsere Betriebsfeuerwehr eine außergewöhnliche Anfrage aus Portugal. Dort wüteten die größten Waldbrände in der Geschichte des Landes. Rund 355.000 Hektar Fläche wurden durch die Brände zerstört.

Ohne lange zu zögern machten sich einige unserer Kameradinnen und Kameraden auf den Weg nach Portugal, um die örtlichen Feuerwehren bei der Brandbekämpfung zu unterstützen. Über eine Woche waren sie in mehreren Regionen des Landes im Einsatz.

Doch nicht nur in Portugal waren wir bei Waldbränden im Einsatz. Auch in Deutschland wurden unsere Tanklöschfahrzeuge mehrfach zur Unterstützung bei Wald- und Vegetationsbränden alarmiert oder standen für überregionale Einsätze in ständiger Abrufbereitschaft. Gemeinsam mit den örtlichen Feuerwehren leisteten unsere Einsatzkräfte einen wichtigen Beitrag zur Brandbekämpfung und Löschwasserversorgung.

Nach Abschluss des Einsatzes in Portugal wurden wir gebeten, die portugiesischen Feuerwehren auch künftig mit Ausbildung, ausgemusterter Einsatzbekleidung und Feuerwehrmaterial zu unterstützen. Dieser Bitte kamen wir gerne nach.

Bereits im Dezember 2025 konnte die erste Lieferung mit Einsatzbekleidung nach Portugal übergeben werden – der Beginn einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit, die bis heute besteht und den kameradschaftlichen Austausch über Ländergrenzen hinweg stärkt.

2026 – Unterstützung für Portugal

Zu Beginn des Jahres führte außerdem ein starker Wintereinbruch im Norden Deutschlands zu zahlreichen Einsätzen. Mit unseren geländegängigen Allradfahrzeugen unterstützten wir die örtlichen Feuerwehren und Hilfsorganisationen bei der Bewältigung der winterlichen Lage.

Auch 2026 setzte unsere Betriebsfeuerwehr die Zusammenarbeit mit den Feuerwehren in Portugal fort.

Bereits im ersten Quartal brachten wir mit einem Hilfstransport dringend benötigte Ausrüstung und Einsatzbekleidung nach Portugal.

Zudem unterstützten erneut sechs Kameraden die portugiesischen Feuerwehren bei der Bekämpfung von Wald- und Vegetationsbränden. Die erfolgreiche Zusammenarbeit aus den Vorjahren wurde damit weiter fortgeführt.

Auch in Deutschland waren unsere Einsatzkräfte gefragt. Bereits im ersten Halbjahr 2026 gingen mehrere Anfragen zur Unterstützung bei Wald- und Vegetationsbränden in anderen Bundesländern ein. Unsere Tanklöschfahrzeuge standen hierfür in Bereitschaft bzw. unterstützten die örtlichen Feuerwehren bei ihren Einsätzen.